Café mal anders

Nach einem halben Jahr ist es durchaus Zeit etwas Bilanz zu ziehen. Das gilt wohl in vielen Dingen.
Ein halbes Jahr ist es jetzt auch her, dass in der Bahnhofstraße in Aue ein Café der ganz besonderen Art eröffnet hat. Es ist mehr ein Projekt als ein reines Geschäft. Eine Unternehmung mit Konzept. Und das für alle Seiten. Die Rede ist vom Café Samocca.

Das Besondere dürfte wohl in erster Linie sein, dass sich das Personal vorrangig aus Menschen mit Behinderung zusammensetzt. Auf Grund dessen läuft hier alles etwas anders. Am ehesten fällt einem als Besucher wohl das Bestellsystem auf. Man hat eine ganz normale Karte, doch anstatt dem Personal den Wunsch anzusagen, hat man einen Bestellzettel, auf dem man seine Bestellung durch ankreuzen markiert. Aber eigentlich ist das auch schon alles, was man als Gast auf Anhieb merkt. Denn im Allgemeinen ist das Personal sehr freundlich und bemüht, die Atmosphäre ist angenehm und ruhig und nicht zuletzt ist das Angebot an Kaffee-/Teespezialitäten und kleinen Snacks umfangreich und interessant.

Wie gut das Konzept funktioniert erkennt man aber vor allem daran, dass das Café vielfach sehr gut gefüllt ist. Das ist auch nach der belebten Anfangszeit noch immer der Fall, wie Katrin Hopp, die Projektleiterin bestätigen konnte.
Natürlich ist das eigentlich recht positiv, allerdings ist es für die Mitarbeiter auch besonders anstrengend. Viele von ihnen waren vorher einen recht geregelten Tagesablauf zum Beispiel aus einer Behindertenwerkstatt gewöhnt. Im Café ist nun der Ablauf jeden Tag natürlich etwas anders. Gerade diese Unstellung war/ist eines der häufigeren Probleme.

Andererseits bietet das Café für die Mitarbeiter eine gute Möglichkeit einer abwechslungsreichen und interessanten Arbeit nachzugehen. Zudem haben sie die Möglichkeit in einem “normalem” Umfeld in erster Linie als normale Menschen wahrgenommen zu werden. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Großteil vom Anfang noch immer im Samocca arbeitet.

Wenn es nach der Projektleiterin geht soll das auch noch eine ganze Weile so bleiben. Denn zu dem gut laufenden Café-Betrieb und dem Kaffeeverkauf sollen in Zukunft weitere Angebote kommen. So darf man sich schon einmal auf die Sommermonate freuen, in denen auch Plätze im Freien zur Verfügung stehen. Außerdem wird es zunehmend besondere Veranstaltungen geben. So fand erst kürzlich ein Kinderfasching statt und demnächst wird es dem Anlass entsprechend auch ein Osterfrühstück geben. Als besondere Spezialität sollen schon bald auch Schokoladenspezialitäten ihren Weg ins Samocca finden.

Es lässt sich nach diesem halben Jahr nun sagen, dass sich mit dem Café Samocca ein lebendiger Ort entwickelt hat, der mit kreativen und frischen Ideen etwas geschafft hat was es in Aue bisher so nicht gab.
Neben der Atmosphäre und dem Wohlfühleffekt regt das Café aber auch das Gedächtnis an, einmal über die soziale Komponente des Projektes nachzudenken. Nachdenken über das Leben und Arbeiten von Menschen mit einem Handicap . . .

Wessen Intresse an diesem Projekt nun also geweckt wurde oder wer einfach nur ein nettes Café in Aue sucht sollte das Samocca auf jeden Fall besuchen.

Übrigens sind sogar die Schwarzenberger neidisch auf ein solches Café.

Samocca Aue
Bahnhofstr. 11
08280 Aue
Tel.: 0 37 71 / 276 60 75
www.samocca-aue.de

geöffnet von Montag bis Samstag von 08.30 bis 19.00 Uhr

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